Tourposter Murder By DeathClub: Gleis 22, Münster
Mitreisende: Axel, Kai, Alex, Matu, Sebo
Andere Menschen: 200 so ungefähr
Eintritt: 12 Eier
Support: Paper Tiger

Endlich mal wieder nach Münster. Die Autobahn Richtung Köln kann ich langsam nich mehr sehen. Der Gig startete im Gleis 22, dessen Aussprache dem bärtigen Frontmann Adam Turla ein paar Schwierigkeiten bereitete… „Gleis zwasig?!“.

Der Zwei-Mann-Support aus Holland namens Paper Tiger war eine sehr angenehme und folkige Untermalung zum standesgemäßen Bierchen und ausspähen des Merchandising, welches den Fans unter anderem ein hübsches Tourplakat (siehe rechts) feilbot. Das Ding wurde natürlich mitgenommen. Zwischen den beiden Bands wurden die Besucher übrigens fleissig mit den Murder City Devils beschallt. Man hätte kaum eine bessere Wahl treffen können.

Irgendwann zwischen 21.30 und 22.00 eroberten dann Murder By Death die kleine Bühne des Gleis 22. Die Band brauchte zwei, drei Songs um reinzukommen, zeigte sich dann aber recht gut aufgelegt und scherzte zwischen den Songs immer mal wieder herum. Ab und an hatte ich allerdings den Eindruck, die Jungs und das Mädel würden ein wenig überhastet durch ihre Songs zocken. Kam beim letzten Mal in Köln irgendwie besser rüber. Die Songauswahl hat jedoch keine fast Wünsche übriggelassen. Nur „Shiloa“ und „Fuego!“ habe ich vermisst. Ahso… und „Killbot 2000″, aber man kann ja nich alles haben. Als Entschädigung gab Adam Turla in der Zugabe ein feines Solostück zum besten. Und zwar eine wirklich gelungene Version von Nancy Sinatras „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“. Und das hat er sich laut eigener Aussage zum allerersten Mal vor Publikum getraut. Hut ab! 1+!

Jez muss ich aber noch n bissken meckern: So gerne ich kleine Clubs auch mag, aber das Gleis 22 ist eine beschissene suboptimale Location für Normalgewachsene wie mich. Bei einer Deckenhöhe von gefühlten 1,43 Metern war die Bühne ganze gefühlte 2  Zentimeter hoch. Gesehen habe ich nur den Kopf des Sängers. Oder des Bassisten. Manchmal. Also in meine Lieblingsliste für Konzertorte kommt das Gleis 22 nich. Obwohl der Rest sehr sympathisch wirkt.

Achso, Bassist Matt Armstrong brachte übrigens noch die korrekte Fassung „Gleis Zweiundzwanzig“ inklusive Standardamiakzent ins Mikrofon ^^

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LevellersClub: Effenaar, Eindhoven (NL)
Mitreisende: Alex
Andere Menschen: 700 schätz ich ma
Eintritt: 18 Tacken
Support: Frank Turner

Aus Ermangelung an Deutschlandgigs der Levellers in 2008 mussten wir halt mal ne kleine Reise in eines unser Nachbarländer unternehmen. Es ging in die Niederlande nach Eindhoven. Aber vom Ruhrpott aus isses ja gar nich so weit. Untergekommen sind wir in einem sympathischen Ausbildungshotel, wo alles ein bisschen holprig von statten ging. Es war aber sehr nett und das „De Rooi Pannen“ echt zu empfehlen. Nur mal nebenbei. :)

Ich war ja der Meinung vor ein paar Jahren schomma im Effenaar gewesen zu sein. Aber die Location sah irgendwie ganz anders aus. Hm, vielleicht ist der Laden ja umgezogen oder so. Jedenfalls war der Raum ziemlich groß und hoch und ausladend und fast rechteckig und hatte Metall an den Wänden bis zur Decke. Sehr cool kam das Betreten über eine steile Treppe, die man besoffen nach Möglichkeit meiden sollte, man kam quasi von steil unten und stand dann plötzlich mitten im Raum.

Nach ner Stunde Warterei und ein paar Bierchen später betrat dann der Support die Bühne. Die Ein-Mann-Show namens Frank Turner hatte noch nen Kumpel dabei der ihn an den Tasten und Mundharmonika unterstützte. So. Jedenfalls ist dieser Frank Turner aus Winchester ne echte Nummer. Der Kerl ist wirklich richtig gut und spielt intensiven, gut gelauten und folkigen Akkustikkram mit Ansage auf seiner Klampfe. Diesem Typen werde ich den nächsten Tagen hier bestimmt noch mal n Feature verpassen. Nicht verpassen! Frank Turner!

Ahso. Ist das eigentlich normal? Es kam uns so vor als würden unsere holländischen Freunde den Support als musikalische Untermalung zu Diskussionen, Klatsch und Tratsch wahrnehmen. Die haben echt in einer Tour gelabert und der gute Frank konnte sie nicht überspielen. Nu denn… wollt ich mal gesagt haben.

Nach einer recht langen Pause betraten meine musikalischen Helden die Bühne. Die alten Herren Folkrocker kommen aber noch ohne Rolli und Gehhilfe aus. Verzerrt ging der Opener zur Sache. Belaruse war das, gefolgt von The Fear und Burn America Burn vom neuen Album. Herrlich! War das schön! Endlich wieder die Levellers live zu sehen. In der Folge gabs einige Songs vom neuen Album, No Fight No Flight zum Glück auch, ganz viele von der Levelling The Land, und die kamen ganz fantastisch rüber. Der Hammer! Geschlossen wurde das Set von Dirty Davey und Liberty.

Es wurde wieder mal deutlich. Auch nach 20 Jahren Bandgeschichte haben die Levellers nichts von ihrer Bühnenpräsenz eingebüßt und sind auf der Bühne eine echte Bank für Spaß, musikalische Qualität und inhaltliche Authenzität: Die Zeile „Your policies have failed the test of time, Cos you sold them down the river-o“ ist 17 Jahre alt und heute aktueller denn je.

Ich weiss nicht, ich glaube es war das zehnte oder elfte Konzert der Levellers, dem ich beiwohnen durfte. Für meine Freundin war es das erste und so wie sie sich amüsiert hat ganz bestimmt nicht das letzte. ^^ Jedenfalls freuen wir uns schon auf den Gig im Februar 2009 in Köln.

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Club: E-Werk, Köln
Mitreisende: Alex
Andere Menschen: so 1300
Eintritt: 25 Piepen
Support: Bodies Of Water

Nach vier Auftritten bei diversen Open-Airs hatte ich nun zum ersten mal die Gelegenheit Calexico als Headliner eines Clubkonzerts zu erleben. Mal wieder ging es in den Konzerthauptstadt des Westens, nach Köln, und mal wieder ins schöne E-Werk, nur leider nicht so wirklich pünktlich, denn die Vorband Bodies Of Water zockte schon bei unserer Ankunft. Der Sound der Band erinnerte mich ein wenig an Arcade Fire, war somit also durchaus annehmbar. Dennoch wurde erstmal der Merchstand besucht und Bier und Nikotin getankt.

Irgendwann um kurz nach Neun betrat dann ein kleines Vorauskommando in Form von Frontmann Joey Burns und Tastenmensch Jacob Valenzuela die Bühne. Zur Einstimmung gabs einen netten Song, dessen Namen ich leider nicht kenne und im Verlaufe dessen Herr Burns mit der berühmten Hand hinterm Ohr versuchte das Publikums zu „Ohhhhuuuuu“s zu animieren. Klappte leider nicht ganz, die geschätzen 1300 Menschen vor der Bühne waren wohl nur auf zuhören gepolt. Bei Calexico wundert’s mich ehrlich gesagt nicht. In der Folge wurd’s dann auch nicht besser, aber Joey Burns wurde seinen Sympathiebekundungen für Deutschland, Köln und das Publikum dennoch nicht müde.

Die ersten Songs waren wie gewohnt zauberhaft und erzeugten zumindest bei mir mühelos eine ausgewachsene Gänsehaut. Komischerweise verflog das Gefühl irgendwann, was mich ein bisschen überraschte… Vielleicht weil das Publikum nicht so wollte wie die Band und eben eher darauf wartete entführt zu werden und nicht unterhalten. So hab ich das zumindest empfunden. Das übrige Set enthielt viele Songs vom aktuellen Album „Carried To Dust“ und dessen Vorgänger „Garden Ruin“. Ein paar ältere Songs waren auch dabei, aber insgesamt setzte sich eher Calexicos rockige Seite durch, die mich weniger anspricht als die verspielte und verträumte. Zum Ende gab’s natürlich noch der Klassiker „Crystal Frontier“, der wohl eigentlich der Schlusspunkt sein sollte, da danach die Lampen schon angingen. Dem Publikum wars wurscht und machte Lärm für 3000, was den sechs Musikern der internationalen Band dann doch noch einen weiteren Song entlockte.

Also alles in allem leider, leider ein durchwachsenes Konzert, welches zum Ende aber nochmal gut Fahrt aufgenommen hat und daher alle Anwesenden schließlich zufrieden in den Rest des Abends entlassen hat. Mal gucken wie es beim nächsten Clubkonzert von Calexico wird, aber ich habe die Vermutung, daß die Jungs tatsächliche eine der wenigen Bands sind, die ihre Stärken zu 100% auf Open-Airs auspielen.

Und eins muss ich noch in Richtung Tonverantwortliche loswerden: Ich weiss, Konzerte sind laut, schweinelaut. Aber es geht nicht bei einer Band wie Calexico die Anlage bis kurz vor Schmier aufzudrehen. Da hätten auch meine vergessenen Ohrstöpsel nicht viel gebracht, denn bei dieser Band will man zuhören und nicht vom Sound wechgeballert werden, so wie es zwei Wochen vorher bei den Hellacopters zum Beispiel in Ordnung war.

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Club: AZ, Mülheim/Ruhr
Mitreisende: Axel, Kai, Matu, Tommi, Sandra und Kati (?)
Andere Menschen: 50 +/- 10
Eintritt: 5 Kronen
Support: Social Distrust

Off With Their Heads gaben sich die Ehre im „hübschen“ AZ in Mülheim an der Ruhr, also waren wir natürlich mit von der Partie. So ein Samstag mitten in einem langen Wochenende eignet sich natürlich hervorragend für n Konzertbesuch. Die Konzertcrew fand irgendwann am AZ zusammen, viel zu spät eigentlich, aber der Veranstalter, die Bands, oder wer auch immer, zögerte den Start schön nach hinten raus und gab uns ordentlich Zeit um ein paar Bierchen ihrer Bestimmung zuzuführen…

Irgendwann gings dann doch los und das arg überschaubare Publikum begann den Klängen des Supports zu lauschen. Social Distrust waren das… Ne junge Band irgendwo aus dem Sauerland. Und die konnten einiges! Schön rockigen, deftigen Punkrock, manchmal sogar ein klein wenig frickelig, haben sie abgeliefert. Ich empfehle dem geneigtem Punk- und Rockliebhaber mal in die Hörproben bei MySpace reinzuhören.

Jo, danach waren aber Off With Their Heads an der Reihe. 50 Leute zu Besuch. Echt ein bisschen mager muss ich sagen… So sehr ich so kleine, intime Konzerte auch schätze, aber diese Band hat echt mehr verdient. Was sie im Anschluß auch mehr als bestätigt haben… Die Band verlangte der Proberaumanlage alles ab und diese wiederum meinen Ohren, denn die wären mir trotz Stöpseln fast abgefallen. Nu denn, Off With Their Heads haben sich mächtig ins Zeug gelegt und ein grundsolides Punkkonzerto abgeliefert, und die Leistung der Vorband sogar noch toppen können. Fein, fein… denn mit diesem Auftritt hamse mich endgültig überzeugt. Nach Jahren endlich mal wieder ne Punkband, die mich mitreisst und sich angenehm von dem vielen 08/15-Scheiss abgehebt, der da in dieser Szene so rumgeistert. Das war eigentlich die schönste Erkenntis dieses Wochenende.

Zusammenfassung. Wir hatten: Zwei hervorragende Gigs für den läppischen Preis von 5 Euro, einige viele Biere, ein verlorenes Portmonnaie und ein wiedergefundenes, ne Straßenbahnfahrt durch Helge Schneiders Heimatstadt und eine angenehme Erkenntnis. Kann sich doch sehen lassen, oder?

Off WIth Their Heads: MySpace | Youtube
Social Distrust: MySpace

Club: E-Werk, Köln
Mitreisende: Alex, Axel, Sebastian und Kai
Andere Menschen: 1600 (natürlich ausverkauft)
Eintritt: 25 Euro im VVK
Support: Bloodlights

Mit einem echten Tritt-Arsch-Konzert, wie man es von den Hellacopters gewohnt ist, haben sie sich von ihrer deutschen Fangemeinde verabschiedet. Aber alles nach der Reihe…

Nach 45 Minuten unspektakulärer Fahrt erreichte unser Corsa mit fünf Leuten das schöne E-Werk in Köln. Die Stationen Lokus, Bier und Kippe konnten noch rechtzeitig abgeklappert werden bevor die Vorband Bloodlights die Bühne betrat. Sie lieferten ein ordentliches Set und gaben sich alle Mühe, was das Publikum leider nicht so wirklich honorierte. Hans und Franz wohl waren gedanklich schon lange bei den Copters. Kein Wunder, aber ich denke die Bloodlights haben es dem Publikum verziehen.

In der Umbaupause setzten sich die Massen in Richtung Lokus, Bier und Kippe in Bewegung, was die Infrastruktur des E-Werks nicht so wirklich verkraftet hat. Es war rappelvoll! Puh.. Trotz aller Umstände erledigten wir alles nötige und fanden einen hübschen Platz so Mitte Mitte. Die Lichter wurden gedimmt und die Spannung stieg deutlich an, das Herz schlug schneller, der Atem wurde angehalten und gleichzeitig geklatscht, gejubelt und gegröhlt.

Ehrlich gesagt kann ich mich gerade nicht daran erinnern, welcher Song der Opener war, da ich irgendwie schlagartig in eine Art Trance gefallen bin. Aber ich glaube es war „The Devil Stole The Beat From The Lord“. Hmmm… is ja auch egal. Die Hellacopters brachten das E-Werk jedenfalls zum kochen. Eine unglaubliche Energie wurde während des gesamten Sets freigesetzt, der sich wohl niemand entziehen konnte. Meine Fresse, was für eine intensive Erfahrung! Die Setlist war gut durchmischt und stellte eine wirklich gute Auswahl dar… „Crimson Ballroom“ und „Electrocute“ waren dabei, ein besonderes Highlight war für mich „No Song Unheard“. Aber auch „Hopeless Case Of A Kid In Denial“ und „Better Than You“ kamen sehr geil. Alle anderen Songs natürlich ebenfalls… Kein Frage!

In der Zugabe, die gefühlt vieeel zu schnell kam, gabs dann noch eine Hellacopters-Version von „We Will Rock You“ die ohne diesen, dank OBI-Werbung nervigen, berühmten Rhytmus auskam und einfach nur hübsch aus den Lautsprechern gerotzt wurde. So wollen wir das, so kennen wir das… „Soulseller“, „(Gotta Get Some Action) Now!“ und „By The Grace Of God“ setzten dem wirklich furiosem Konzert noch ne fette Krone auf…

Tja, das war es dann. In Deutschland war es das letzte Konzert und bis Ende Oktober werden noch ein paar Gigs in Holland und Skandinavien gespielt bevor am 25. und 26. Oktober die vier (yep, zwei am Tag) allerletzten Konzerte im Debaser in Stockholm stattfinden. Danach werden die Hellacopters Geschichte sein. Jeder Besucher dieser Abschiedstour wird ihnen einen kleinen Gedenkschrein im persönlichen Musikgedächtnis einrichten, denn die Hellacopters gehören unbestritten zu den besten Rockbands der Musikgeschichte.

Auch wenn sie ein großartiges Vermächtnis in Form etlicher Songs und Alben aus 14 Jahren Bandgeschichte hinterlassen: Ich werde sie vermissen…

Konzertfotos bei Flickr

Hellacopters: Website | MySpace | Youtube

Club: Ringlokschuppen, Mülheim/Ruhr
Mitreisende: Kasia, Andre und Alex
Andere Menschen: 150 so ungefähr
Eintritt: 15 Euro im VVK
Support: Monsters brauchen keine Einheizer

Endlich Freitag! Endlich stand mal wieder ein Konzertabend im Kalender. Und natürlich hat wieder Herrn Murphys blödsinniges Gesetz volle Lotte zugeschlagen. Vom Büro nach Hause brauchte ich eine halbe Stunde länger als sonst, da irgendein Depp einen Kilometer Straße zur Hälfte gesperrt hatte. Mit rot-weißen Hütchen! Und es war nichts los. Nichts! Nichma n Besen stand dort rum, geschweige denn ein Mensch mit Helm oder so. Bei sowas krieg ich ja immer besonders gute Laune. In der Folge ging noch mehr schief, Zug verpasst, n Kumpel verpennt im wahrsten Sinne des Wortes das Konzert einfach usw… So! Musste mal raus, auch wenn das nix mit dem Konzert an sich zu tun hatte.

Nuja, irgendwann saßen wir dann alle im Zug nach Mülheim, hatten unsere Fläschchen mit Gerstensaft am Hals, kamen am Ringlokschuppen an und alles war gut. Die Tore zum Konzertsaal waren noch geschlossen und die Menschen standen irgendwo rum und tranken wie wir ihr zweites, drittes oder viertes Bierchen. Als die Türen sich dann öffneten (wahrscheinlich war es Totte höchstselbst), kumulierten sich die Fans zu einer flashmobartigen Traube vor der dem Einlass. Alle waren geil auf die Monsters.

Wie gewohnt bekam jeder seinen Stuhl, die diesmal wie im Kino, nach oben aufsteigend angeordnet waren. Hatte was. Das Warten hatte dann auch schnell ein Ende und das keine Ahnung wie lange dauernde Set wurde mit „Marzipan“ eröffnet. In der Folge spielten sich die Herren mit Gitarren durch viele lustige Mitsing- und Mitmachlieder und das Partymeter zeigte eine überdeutliche Tendenz nach oben. Wer die Monsters of Liedermaching noch nicht gesehen hat sollte das unbedingt nachholen, es macht nicht nur großen Spaß, es ist einfach geil. So auch diesmal… Das Publikum hat gerockt, die Monsters haben gerockt, der Ringlokschuppen hat gerockt und ganz Mülheim und der Ruhrpott auch. Zu eben jenem haben die sechs Typen auf der Bühne eine besondere Affinität, wie man im Tourbericht zu diesem Konzert auf ihrer Website lesen kann. HIER

Und deshalb freue ich mich schon sehr und übermäßig auf das Konzert in meiner Heimatstadt Oberhausen am 22.11. Wir sehen uns!

Monsters Of Liedermaching: Website | MySpace | Youtube

Club: E-Werk, Köln
Mitreisende: Stephan, Florian + Freundin
Andere Menschen: 1600 (Hütte voll)
Eintritt: 44,90 Euro im VVK
Support: Buzz Campbell & Hot Rod Lincoln

Da war er, der grosse Abend… Ausnahmsweise begab ich mich schon früh Richtung Köln, kein umgekippter Tanklaster, keine Baustelle ohne Bauarbeiter sollte mich daran hindern im E-Werk aufzutauchen. Um kurz nach sieben durfte ich dann noch gefühlte 10 Kilometer weit wech mein Auto abstellen und zur Halle latschen. Der Großteil der Fangemeinde und meine Konzertbegleitung hatte sich bereits versammelt, denn offenbar hatte jeder die Befürchtung etwas zu verpassen.

Schnell n alkoholfreies Bier (ja, da bin ich schmerzfrei) geschnappt und Wartehaltung eingenommen. Nach einem zweiten Alkfrei, ein paar gewechselten Worten und drei bis vier Kippen in Gedanken (Rauchverbot drinnen) kam dann der Support Buzz Campbell & Hot Rod Lincoln auf die Bretter und stimmte die Menge mit nettem, aber unspektakulärem Rockabilly ein.

Nach einer relativen kurzen Umbaupause übernahmen die Herren Phantom, Rocker und Setzer die Bühne, was natürlich mit tosendem Jubel kommentiert wurde. Bemerkenswert fand ich diese besondere Ausstrahlung der Stray Cats, welche man wahrscheinlich nur bei seinem ersten Konzert oder bei Led Zeppelin (oder so) spürt. Verdammte Legenden. Stray Cats! Alter! Stray Cats! In die Begeisterung mengte sich ein wenig Ehrfurcht und das ohne einen Ton gehört zu haben. Noch gefangen von dieser Begegnung legte die Band mit „Rumble In Brighton“ los und legte den Grundstein für einen tollen Abend.

Jede Pause zwischen den Songs nutze das Publikum für heftige Begeisterungsstürme, die andere Bands in der Regel erst nach dem letzten Song eines Konzerts erfahren. Gespielt wurde alles quer durch die Diskografie: Von „Gina“ über „18 Miles To Memphis “ bis natürlich „Rock This Town“. Einzig „Ubangi Stomp“ habe ich vermisst. Brian Setzer verteilte ein paar Pleks mit den Worten „It’s just plastic“ und einem dicken Grinsen, präsentierte seine neue Gretsch-Klampfe mit porno Leopardenmuster und Slim Jim Phantom bestieg in gewohnter Manier sein Drumset.

Tjo, auch ansonsten zeigten sich die drei Halbgötter sehr gut aufgelegt und spielfreudig, obgleich sie nicht wie in alten Tagen über die Bühne turnten. Der Zahn der Zeit… Aber eigentlich ist das bei den Stray Cats auch gar nicht wichtig. Genauso wie ne aufwändige Lightshow, die man nicht vermisst hat. Erwähnen möchte ich noch den ganz exzellenten Sound an diesem Abend, hervorragend abgemischt, nicht dröhnend, nicht zu laut und nicht zu leise. Hat man auch nicht oft.

Nach fast zwei Stunden, inklusive zwei Zugaben, verabschiedeten sich die Stray Cats mit offensichtlicher Wehmut in den Augen vom Publikum… Tja, wahrscheinlich wars das dann. Aber Stephan munkelte, daß Brian Setzer nächstes Jahr wieder mit seinem Orchester unterwegs sein soll… Da hat man dann doch was worauf man sich freuen kann.

Hier ein Highlight vom Konzert in annehmbarer Qualität: Stray Cat Strut

Stray Cats: Website | MySpace | Youtube

Club: Underground, Köln
Mitreisende: Kai, Axel und Alex
Andere Menschen: um die 350 schätz ich ma
Eintritt: 15,60 Euro im VVK
Support: Nothing Gold Can Stay

Eine echte Chance, die man sich nicht entgehen lassen durfte. Für zumindest einen Gig in ihrer Heimatstadt Gainesville und sechs Terminen in Europa haben sich As Friends Rust nach ungefähr fünf Jahren Pause wieder vereinigt…

Nu denn, für unsere Begriffe waren wir überpünktlich am Ort des Geschehens und hatten sogar Zeit für zwei Kippchen und ne Krakauer vom Grillstand. Dazu dann ein leckeres Becks und perfekt war der Auftakt des Abends. Irgendwann tönten dann die ersten Riffs aus der Konzerthalle in den Biergarten und wir bequemten uns dem Support Nothing Gold Can Stay ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Die deutsche Band bot ein vernünftiges Hardcorebrett mit teilweise wirklich guten Passagen, denen immer mal wieder leider einfallslose Knüppelei folgte.

As Friends Rust füllten die Hütte dann bis fast unter Rand, ehrlich gesagt hatte ich weniger erwartet. Von der ersten Sekunde an ergoss sich die Energie der Band ins Publikum. Die Jungs waren heiss wie Frittenfett und lieferten eine grandiose Show, welches das Publikum textsicher und stagedivenderweise entsprechend honorierte. Irgendwann gabs dann noch ne Unterbrechung von ca. 15 Minuten, was sich aber eher wie ne Stunde anfühlte. DIe Gitarren gaben keinen Laut mehr von sich, was ja eher ein Nachteil auf solchen Konzerte ist. Der Technikmensch hatte den Fehler irgendwann gefunden, aber wahrscheinlich hat er mit dichtem Kopp n paar Regler auf 0 geschoben und hats nich gecheckt. :D Tjo, die zweite Hälfte des Konzert wurde dann mit „Coffee Black“ eingeläutet und wurde irgendwann mit „Ruffian“ geschlossen. Ne Zugabe gabs auch, aber nur ne kurze, Songs hab ich vergessen.

Insgesamt gibts nen Daumen, aber war bei dieser Band ja nich anders zu erwarten… Es wurden alle Hits gespielt, die Crowd ist ausgerastet und wir waren zufrieden.

As Friends Rust: MySpace | Youtube
Nothing Gold Can Stay:
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Club: Skaters Palace, Münster
Mitreisende: Äxel und die Crew
Andere Menschen: n bissken über 1000
Eintritt: 35 Euro via Ebay (sonst 20)
Support: Muff Potter und Andere

Spät kamen wir an, so spät, daß Muff Potter bereits Hot Water Music ankündigten und die Luft in der Konzerthalle nur noch über gefühlte 2% Sauerstoff verfügte und der draußen beginnende Sommer bei einem Thermometervergleich deutlich abgeloost hätte. Aber so muss datt sein. Rock’n'Roll-Höhle halt.

Da unser Plan voll aufging und wir noch Zeit für genau ein Schwätzchen, zwei Bier und drei Kippen hatten bevor die Helden des Abends, Hot Water Music, die Bretter die die Welt bedeuten betraten. Den Rest der Bands, die der Plattenladen Green Hell dem Publikum servierte haben wir also nich gesehen.

Da standen wir dann, grinsend bis zum Hinterkopf und voller Erwartung auf diese großartige Band. Schließlich sind ja einige Jahre ins Land gegangen, während sich die Gainesviller ne Auszeit genommen haben. Wir lümmelten anfangs so in Höhe des Schauspielers an den Knöpfen und Lämpchen. Aber is lustig immer wieder zu beobachten wie die da so tun, als würden sie den Sound regeln. Schieben den Regler zaghaft um 0,2 Milimeter nach oben um ihn dann wieder 0,1 Milimeter nach unten zu ziehen. Die Freaks vor der Bühne bekommen doch eh nix davon mit und die langweiligen Opas und Omas die um den Pit herumstehen, wie unsereins, ebenfalls nich. Nuja! Wo war ich? Ach ja! Keine zwei Songs später wurde es hinten doch zu langweilig bei den Ur-Opas und Ur-Omas. Schuld war:

„Rooftops“! *ARGH* Da weitet sich das Herz zu einem saftigen Steak, wie Helge Schneider sagen würde. Und von da an gabs kein Halten mehr. Ungefähr 1000 saftige Steaks schlugen von nun an in ungefähr 1000 Brustkörben. Menschen, süchtig nach dem Glücksgefühl, süchtig danach jede einzelne Zeile lauthals aus der Kehle zu drücken… Zwischen jedem Songs jubelnd und in freudiger Erwartung auf den nächsten Song, der bestimmt ein Kracher ist. Nach dem ersten Akkord hatte schon jeder die ersten Worte des Textes zu eben jenen Akkorden auf den Lippen und die ganze Halle wurde wieder ordentlich durchgerüttelt, bis die Meute auf dem Zahlfleisch kriechend um die Zugabe bettelte. Das waren Hot Water Music in Münster…

Schlussworte: HWM sind ohne Untertreibung eine der besten Live-Bands auf diesem verdammten Planeten. Was die auf der Bühne für eine Energie freisetzen ist der helle Wahnsinn. Und das war bisher bei jedem Konzert dieser Band so, dem ich beiwohnen durfte. Echt unglaublich, wirklich! Ohne Scheiss…

Hier noch n Song von diesem Konzert in guter Quali: Turnstile

Hot Water Music: Website | MySpace | Youtube

Johnossi LiveClub: Zeche, Bochum
Mitreisende: Äxel und Älex
Andere Menschen: 750 oder so
Eintritt: 16 Tacken im VVK
Support: Sibling Sense

Aaaaalso! Fangen wir mit dem Support an… Da war das Duo namens Sibling Sense aus Stockholm und erfüllte die standesgemäßen Befürchtungen bezüglich der musikalischen Fähigkeiten von Vorbands… nicht! ^^ Die beiden haben jedenfalls was anständiges abgeliefert und den Großteil der Besucher davon abgehalten vor der Halle auf John und Ossi zu warten. Der Sound von Sibling Silence liegt irgendwo zwischen Indie und Alternative, lässt sich also nicht zwingend mit dem von Johnossi vergleichen. Am besten mal via MySpace reinhören.

Kommen wir zu den Helden des Abends. An die Reihenfolge der Songs kann ich mich beim besten Willen nich mehr erinnern. Der Opener war allerdings „Party with my Pain“ vom neuen Album und fetzte auch gleich derbe rein, was das Publikum allerdings nicht honorierte. Die Menge ging erst während der letzten 20 Minuten ab… Die Songauswahl war irgendwie 50/50 von den beiden erschienenen Alben, ich war jedenfalls zufrieden.

Sehr bemerkenswert war Ossi, der sein Drumset bearbeitet hat als ob… wie… hmmm… Er war erbarmungslos! Sänger John kämpfte tapfer mit seinen mitgenommen Stimmbändern und brachte es sogar fertig, seine öfter mal wegbrechende Stimme eben noch kontrolliert abstürzen zu lassen um hier und da noch ein paar quiekende Akzente zu setzen. Sehr geil! *bow*

Johnossi: Website | MySpace | Youtube
Sibling Sense:
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